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Begleiter auf dem letzten Lebensweg

Schaffrath Stiftung spendet 4.000 Euro.

MÖNCHENGLADBACH Hans-Josef Speen ist seit anderthalb Jahren Ehrenamtler bei Wegbegleiter. Der Verein ist ein ambulanter Hospiz- und Palliativberatungsdienst, der 2008 gegründet wurde. Einmal pro Woche besucht der 65-Jährige eine ältere, an Demenz erkrankte Dame, um sie in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten. Der Bedarf, der zu begleitenden Personen, ist ganz unterschiedlich. Manchmal reicht es, die Hand zu halten und einfach da zu sein. Andere gehen gern spazieren, unterhalten sich, spielen Gesellschaftsspiele oder lassen sich vorlesen. Was auf den ersten Blick nach einer leichten Aufgabe aussieht, bedarf einer gründlichen Vorbereitung. Alle Ehrenamtler, die für Wegbegleiter tätig sind, werden intensiv auf ihren Einsatz vorbereitet. So bietet der Verein zweimal im Jahr einen sogenannten Hospizkursus an, der professionell begleitet wird und für die Teilnehmer kostenlos ist. Ein Aufbauseminar ergänzt das Angebot.

In 40 Stunden werden die Frauen und Männer aus den unterschiedlichsten Berufs- und Altersgruppen auf die Themen Krankheit, Leid, Sterben und Trauer vorbereitet. Der Hospizkursus ermöglicht es ihnen, Schwerstkranke, Sterbende und deren Angehörige in der Zeit des Sterbens beizustehen – und darüber hinaus.

Daniela Knothe ist Koordinatorin bei Wegbegleiter. Sie kümmert sich um die derzeit 44 Ehrenamtler wie Hajo Speen, ist Ansprechpartnerin bei Fragen oder Problemen und hat immer ein offenes Ohr: „Ziel ist es, unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter bei ihrer schwierigen Aufgabe zu begleiten, sie zu stärken und zu unterstützen.“ So gibt es etwa regelmäßige Treffen, die dem Austausch dienen, und bei denen einzelne Fälle besprochen werden können. Weil für Wegbegleiter die Gemeinschaft ein hohes Gut ist, bietet der Verein im Herbst für 18 Hospizhelfer ein gemeinsames Wochenende in einem Ferienhaus an der niederländischen Nordsee an. Daran angeschlossen ist ein Aufbauseminar. „Damit wollen wir Danke sagen und den ehrenamtlichen Mitarbeitern unsere Wertschätzung ausdrücken“, betont Monika Göttel, Vorstandsmitglied bei Wegbegleiter. Weil sowohl der Hospizkursus als auch alle Veranstaltungen und Aktionen für die Ehrenamtler kostenfrei sind, ist der Verein auf Spendengelder angewiesen.

Frauen sind bei Wegbegleiter in der Mehrheit

Das ist auch der Grund, warum die Schaffrath Stiftung dieses Projekt mit einer Spende von 4000 Euro unterstützt. „Es ist alles andere als selbstverständlich, sich in seiner Freizeit mit der Trauer- und Sterbebegleitung zu beschäftigen. Dieses Engagement ist selbstlos. Darum helfen wir Wegbegleiter, indem wir für die Unterbringungs- und Verpflegungskosten aufkommen, die während des Wochenendseminars anfallen“, sagt Ralf Jüngermann, Kuratoriumsmitglied der Schaffrath Stiftung.

Im Durchschnitt sind die Ehrenamtler bei Wegbegleiter 50 Jahre alt. Frauen bilden die Mehrheit. Die Begleitung ist sowohl zu Hause als auch in Seniorenheimen möglich. Bevor die Betreuung beginnt, lernen sich beide Parteien kennen. Die Chemie muss stimmen – auf beiden Seiten. Wegbegleiter kann jeder ab 18 Jahre werden, der den Basiskurs abgeschlossen hat. Der nächste startet am 22. Juni 2018.

Bildunterschrift:
Ralf Jüngermann, Kuratoriumsmitglied der Schaffrath Stiftung (l.), überreicht den Spendenscheck über 4000 Euro an Wegbegleiter-Vorstandsmitglied Monika Göttel. Ehrenamtler Eveline Esch und Hans-Josef Speen sowie Koordinatorin Daniela Knothe (v.l.) freut’s: Mit dem Geld kann ein Aufbauseminar für Ehrenamtler in den Niederlanden finanziert werden.

Foto:
Silvana Brangenberg, Schaffrath Stiftung, Abdruck honorarfrei