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Mädchenwohnheim als Zuflucht für junge Frauen

Die Schaffrath Stiftung unterstützt St. Irmgardis mit einer Spende in Höhe von 4.500 Euro für eine Küche.

Das Mädchenwohnheim St. Irmgardis am Westwall, dessen Träger der Sozialdienst katholischer Frauen ist, bietet Mädchen und jungen Müttern in verschiedenen Notsituationen eine Unterkunft und sozialpädagogische Hilfe: bei familiären Problemen und Erziehungsschwierigkeiten, nach sexueller oder sonstiger körperlicher Gewalt sowie im Fall der Schwanger- und Mutterschaft. „Wir halten hier 16 Plätze vor, davon zwölf im Regelangebot und vier für Mutter und Kind sowie drei weitere im sozialpädagogisch betreuten Wohnen – verteilt auf drei Etagen“, berichtet Martina Jagnow. „Den Bewohnerinnen im Regelangebot, die vom Jugendamt an uns verwiesen werden, steht auch dank der Spende der Schaffrath Stiftung für Soziales jetzt eine neue Küche zur Verfügung, um sich selbst verpflegen zu können“, freut sich die Leiterin der Einrichtung bei der offiziellen Übergabe der Küche durch Kuratoriumsmitglied Antonius Bergmann.

Anna K. (Name geändert) wohnt seit einem halbem Jahr in einem Appartement mit Kochecke im Mädchenwohnheim. Wegen familiärer Probleme hatte die 16-Jährige keinen geregelten Tagesablauf und auch die Schule nicht regelmäßig besucht. „Das hat sich hier grundlegend geändert. Ich besuche die Gesamtschule Kaiserplatz, mache derzeit ein Praktikum und strebe als Abschluss die Mittlere Reife an“, sagt sie. „Dann suche ich mir eine eigene kleine Wohnung“, so ihr Plan.

„Der Betreuungsverbund St. Irmgardis betreut Mädchen und junge Mütter, die aus Problemfamilien kommen und oft Opfer psychischer, physischer, sexueller Gewalt oder von Vernachlässigung sind“, beschreibt Tanja Himer die Zielgruppe. Die Geschäftsführerin des Sozialdienstes katholischer Frauen in Krefeld sieht in dem Mädchenwohnheim einen Schutzraum, in dem die Bewohnerinnen ihre Konflikte unter Anleitung aufarbeiten und sich neu orientieren können. Hauptziele seien der Aufbau einer Lebensplanung sowie das Eingliedern in das Berufsleben und das soziale Umfeld. Zur Unterstützung wünscht sie sich einen Zuwachs bei den bisher rund 80 Mitgliedern und den 60 ehrenamtlichen Kräften.

 

Vielfältige Aufgaben des Sozialdienstes

„Das Mädchenwohnheim ist eine von sieben Einrichtungen neben der sozialpädagogischen Familienhilfe, dem ambulant betreuten Wohnen für psychisch kranke Frauen, einem Frauenhaus, der Tagesgruppe Krähennest, der Schwangerenberatungsstelle Rat und Hilfe und dem Beratungsdienst“, erläutert Vorstandsvorsitzende Ulla Dietz vom Sozialdienst katholischer Frauen (www.skf-krefeld.de). Der bereits 1907 gegründete Krefelder Verein bietet darüber hinaus Beratung in Notlagen wie bei Trennung und Scheidung, Verschuldung oder Insolvenz. Hinzu kommen Betreuungsformen an sechs Krefelder Schulen.