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Eine Küche für die Aids-Hilfe

Dank einer Spende der Schaffrath Stiftung von 5000 Euro für eine Küche können Aids-Betroffene jetzt in Gruppentherapie ihre Mahlzeiten selbst zubereiten.  

Kochen kann auch eine therapeutische Wirkung haben. „Zur Selbsthilfe der Aids-Betroffenen gehört es in unserer Beratungsstelle an der August-Pieper-Straße ab sofort auch, unter Anleitung selbst für die Zubereitung der täglichen Mahlzeiten zu sorgen“, sagt Renate Hesse-Horst. Die Leiterin der Aids-Hilfe bedankt sich herzlich anlässlich der offiziellen Übergabe der Spende bei Renate Schaffrath, Vorstand der Schaffrath Stiftung für Soziales und stellt stolz die Errungenschaft vor. „Bisher mussten wir mit einer kleinen Teeküche auskommen. Jetzt leistet die Profiküche Hilfe zur Selbsthilfe.“ Die Spende von 5000 Euro und ein Eigenanteil der Aids-Hilfe von weiteren 2500 Euro werden in die zweckmäßig und großzügig ausgestattete Küche investiert, die das Kaufhaus Schaffrath zum Selbstkostenpreis geliefert, aufgebaut und funktionstüchtig übergeben hat. „Schon jetzt steht fest, dass das neue Angebot großen Anklang bei unseren Gästen findet“, so Hesse-Horst.

Die Lebensmittel werden von der Mönchengladbacher Tafel gratis zur Verfügung gestellt. Monika Bartsch, Vorstandsvorsitzende der Tafel und Kuratoriumsmitglied der Schaffrath Stiftung, hat daher einen doppelten Grund zur Freude. „Es ist zum Vorteil aller sozialen Einrichtungen der Stadt, wenn sie gedeihlich miteinander kommunizieren und zum Wohl der Betroffenen zusammenarbeiten.“

„Das Haus der ehemaligen Münster-Apotheke haben wir erst kürzlich übernommen und bauen es schrittweise aus“, erläutert Franz Specks, Vorstandsmitglied der Aids-Hilfe. Im Erdgeschoss befinden sich ein großer Gruppenraum, sanitäre Anlagen und die Küche, in der ersten Etage die Beratungs- und Verwaltungsräume. „Wir finanzieren uns aus Mitteln der Stadt, des Landschaftsverbandes Rheinland und natürlich aus Spenden“, so Specks. Dass das Geld gut eingesetzt ist, werde an den Leistungen deutlich. Im letzten Jahr wurden Betroffene insgesamt 500 Stunden beraten und 1900 Stunden persönlich betreut. Zusammen wurden rund 5500 Personen erreicht, wobei die Maßnahmen bei Information über Übertragung, Krankheitsverlauf, HIV-Test und Safer-Sex beginnen und über die Vorsorge an schulischen und anderen Einrichtungen bis hin zu Projekttagen reichen. Wichtig seien vor allem die zwischenmenschlichen Kontakte, weshalb unter anderem donnerstags Betroffene für Betroffene ein Frühstück zubereiten.

Zum Angebot gehören verschiedene Selbsthilfegruppen, Kochgruppen, von ehrenamtlichen Kräften geleitete Jugendgruppen und Fortbildungskurse. „Auch eine Gruppe junger homosexueller Männer trifft sich regelmäßig zur Gesprächsrunde“, berichtet Diplom-Pädagogin Hesse-Horst. Hinzu komme die Arbeit im ambulant betreuten Wohnen bei den Betroffenen zuhause. Die Beratung und Betreuung erfolgt durch vier angestellte Sozialarbeiter und Pädagogen. Eine weitere Mitarbeiterin ist für die Verwaltungsaufgaben zuständig. Unterstützt wird das Team von rund 20 ehrenamtlichen Kräften. Zum Selbstverständnis der Aids-Hilfe gehört laut Specks, Menschen zu befähigen, sich selbst vor Aids zu schützen und Menschen mit einer HIV-Infektion ein möglichst langes Leben ohne schwerwiegende Einschränkungen zu ermöglichen. Dazu gehöre auch die Sekundärprävention, damit die Krankheit bei Infizierten nicht ausbricht.